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1-%-Regelung bei gebrauchtem Pkw vor dem Bundesfinanzhof

Die private Nutzung eines Kraftfahrzeugs, das zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird, ist steuerlich f├╝r jeden Kalendermonat mit 1 % des inl├Ąndischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuz├╝glich der Kosten f├╝r Sonderausstattung einschlie├člich Umsatzsteuer anzusetzen. Abweichend von der sog. 1-%-Regelung kann die private Nutzung mit den auf die Privatfahrten entfallenden Aufwendungen angesetzt werden, wenn die f├╝r das Kfz insgesamt entstehenden Aufwendungen durch Belege und das Verh├Ąltnis der privaten zu den ├╝brigen Fahrten durch ein ordnungsgem├Ą├čes Fahrtenbuch nachgewiesen werden.

Die 1-%-Regelung ist in der Praxis schon ├Âfter angefochten worden, weil sie nach Auffassung vieler Steuerpflichtiger – insbesondere f├╝r Fahrzeuge, f├╝r die ein heute ├╝blicher erheblicher Kaufpreisnachlass gew├Ąhrt wird, und f├╝r Gebrauchtfahrzeuge – zu einem vermeintlich unzutreffenden, ungerechten und unlogischen Ergebnis f├╝hrt.

In einem vor dem Finanzgericht M├╝nchen (FG) entschiedenen Fall setzte ein Steuerpflichtiger den privaten Nutzungswert seines gebraucht gekauften Kfz mit rund 50 % der von ihm ermittelten Gesamtkosten des Kfz an. Zur Begr├╝ndung wird vorgetragen, der Ansatz einer mehr als 50%igen Pkw-Privatnutzung sei eine mit der Logik nicht zu vereinbarende Rechtsanwendung, wenn unstreitig feststehe, dass das Auto zu mehr als 50 % (im entschiedenen Fall sogar 70 %) betrieblich genutzt werde.

Das FG kam erwartungsgem├Ą├č zu dem Entschluss, dass die 1-%-Regelung nicht unlogisch und verfassungsgem├Ą├č ist. F├╝r die vom Steuerpflichtigen begehrte Begrenzung des privaten Nutzungsanteils auf 50 % der tats├Ąchlich entstandenen Kosten fehlt es an einer gesetzlichen Grundlage.

Anmerkung: Dieser Fall ist jetzt vor dem Bundesfinanzhof gelandet und dort unter dem Aktenzeichen X R 28/15 anh├Ąngig. Betroffene Steuerpflichtige k├Ânnen nunmehr Einspruch einlegen und unter Angabe des Aktenzeichens das Ruhen des Verfahrens beantragen.

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